Was läuft — und was ausgelaufen ist
Die beendeten Programme stehen bewusst mit in der Liste: Sie werden weiterhin gesucht und in vielen Artikeln noch empfohlen. Genau daraus entstehen falsche Erwartungen.
Digitalisierungsfinanzierung (L-Bank)
aktivDarlehen für IT-Infrastruktur, IT-Sicherheit, Automatisierung und KI-Einsatz. In Stufen aufgebaut, Antrag über die Hausbank. Nach aktuellem Stand befristet bis 30.06.2027.
Nachfolger der Digitalisierungsprämie Plus seit 01.07.2025 — Darlehen statt Zuschuss.
BAFA — Förderung unternehmerischen Know-hows
aktivZuschuss zu Unternehmensberatung, unter die auch Digitalisierungsberatung fallen kann. Die aktuelle Richtlinie endet am 31.12.2026 — eine Verlängerung ist noch nicht entschieden.
Fördert Beratung, nicht die Umsetzung.
Mittelstand-Digital-Zentren
aktivBundesweites Netz kostenfreier Anlaufstellen mit Workshops, Demonstrationen und Einzelgesprächen.
Kostet nichts, liefert aber keine Umsetzung — gut für den Anfang.
Digitalisierungsprämie Plus
beendetDer frühere Zuschuss des Landes. Zum 01.07.2025 in die Digitalisierungsfinanzierung überführt.
Wird weiter gesucht — den Zuschuss in dieser Form gibt es nicht mehr.
go-digital (Bund)
beendetBeratungs- und Umsetzungsförderung des Bundes, ausgelaufen am 31.12.2024.
Steht noch in vielen Artikeln und Angeboten — dort schlicht veraltet.
Digital Jetzt
beendetInvestitionszuschuss des Bundes. Anträge waren nur bis Ende 2023 möglich, das Förderportal ist seit dem 31.03.2026 offline.
Ebenfalls häufig noch als Möglichkeit genannt.
Stand Oktober 2026. Förderprogramme ändern sich; verbindlich sind allein die Angaben von L-Bank, BAFA und dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg. Diese Seite ersetzt keine Beratung.
Fangen Sie nicht mit der Förderung an
Wer zuerst nach Fördermitteln sucht und dann ein Projekt dazu erfindet, baut regelmäßig das Falsche. Umgekehrt funktioniert es: erst der Ablauf, der Sie tatsächlich Zeit oder Aufträge kostet, dann die Frage, ob sich das finanzieren lässt.
Bei einem ersten, überschaubaren Schritt steht der Aufwand für Antrag und Nachweise oft in keinem Verhältnis zum Betrag. Interessant wird Förderung meist dann, wenn ohnehin größer geplant wird — und dafür braucht es zuerst ein Vorhaben, das man beschreiben kann.
Was Betriebe zur Förderung fragen
Gibt es die Digitalisierungsprämie Baden-Württemberg noch?
Nicht mehr in der Form, nach der die meisten suchen. Die Digitalisierungsprämie Plus mit ihrem Zuschuss wurde zum 1. Juli 2025 durch die Digitalisierungsfinanzierung der L-Bank abgelöst. Der entscheidende Unterschied: Das Nachfolgeprogramm ist ein Darlehen, kein geschenkter Zuschuss. Wer mit einer Prämie im Kopf plant, plant an der heutigen Lage vorbei.
Was ist die Digitalisierungsfinanzierung genau?
Ein Darlehensprogramm der L-Bank für Unternehmen in Baden-Württemberg, mit dem sich IT-Infrastruktur, IT-Sicherheit, Automatisierung und Vernetzung von Betriebsabläufen sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz finanzieren lassen. Es ist in Stufen aufgebaut, richtet sich an kleine und mittlere sowie größere mittelständische Unternehmen und ist nach aktuellem Stand bis 30. Juni 2027 befristet. Beantragt wird über die Hausbank, nicht direkt.
Und go-digital oder Digital Jetzt?
Beide gibt es nicht mehr. go-digital des Bundes endete am 31. Dezember 2024, bei Digital Jetzt sind seit Ende 2023 keine Anträge mehr möglich, und das zugehörige Portal ist seit dem 31. März 2026 offline. Beide werden trotzdem weiter gesucht und in älteren Artikeln empfohlen — das ist der häufigste Grund, warum Betriebe mit falschen Erwartungen in ein Projekt gehen.
Bleibt für Beratung noch etwas übrig?
Ja. Die BAFA-Förderung unternehmerischen Know-hows bezuschusst Unternehmensberatung, worunter auch Digitalisierungsberatung fallen kann; die aktuelle Richtlinie endet am 31. Dezember 2026, ob sie verlängert wird, ist noch offen. Wer sie nutzen will, sollte den Antrag stellen, bevor die Beratung beginnt. Daneben gibt es bundesweit die kostenfreien Mittelstand-Digital-Zentren mit Workshops und Demonstrationen — dort zahlt man nichts, bekommt aber auch keine Umsetzung.
Lohnt sich der Aufwand für ein kleines Projekt?
Oft nicht. Antrag, Hausbankgespräch und Nachweise kosten Zeit, und bei einem überschaubaren ersten Schritt steht dieser Aufwand in keinem Verhältnis. Sinnvoll wird Förderung meist ab der zweiten Stufe, wenn ein Vorhaben ohnehin größer geplant ist. Ein Berater, der Ihnen zu jedem Vorhaben eine Förderung verkaufen will, verkauft vor allem seine Antragsbegleitung.
Können Sie den Antrag für uns stellen?
Nein, das ist nicht unser Geschäft. Wir bauen die Systeme; für Anträge sind Hausbank, Steuerberatung, IHK und Handwerkskammer die richtigen Adressen. Was wir liefern können, ist die technische Beschreibung des Vorhabens, die für solche Anträge gebraucht wird.
Beschreiben Sie zuerst den Ablauf
Welcher Vorgang kostet Sie gerade am meisten Zeit? Aus dieser Beschreibung wird ein Vorhaben — und erst daraus lässt sich beurteilen, ob eine Finanzierung überhaupt sinnvoll ist.